Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom beinhaltet in der Regel neben einer Störung der Aufmerksamkeit eine verminderte Fähigkeit sich selbst zu steuern und die eigenen Impulse zu steuern. Hier setzen die wichtigsten Fördermaßnahmen an. Bekannte Aufmerksamkeitstrainings wie das von Lauth und Schlottke setzen hauptsächlich darauf, Strategien für das Durchführen von Aktionen zu entwickeln. Mit den so genannten Strategie-Karten sollen die Kinder lernen sich vor dem Handeln zu überlegen, was sie tun wollen und wie sie eine Aktion durchführen wollen. Dies gilt natürlich insbesondere für das Lösen von Aufgaben im schulischen Bereich, kann aber auch auf andere Aktionen angewandt werden.

Auch das Konzentrationstraining nach Krowatschek setzt auf Materialien, die das geplante Vorgehen unterstützen und die Konzentrationsspanne erhöhen. Diese beiden Trainings werden vorwiegend in Lerntherapien angewandt. Sie können in der Einzelförderung oder aber in Gruppen eingesetzt.

Neben der gezielten Förderung der Aufmerksamkeit und der Selbststeuerung kommen auch verhaltenstherapeutische Inhalte zum Einsatz. Hier werden die Kinder mit Hilfe von Verstärkerplänen schrittweise an das gewünschte Verhalten herangeführt. Verhaltenstherapie ist besonders dann angezeigt, wenn das Kind aufgrund von Selbstwertproblemen nicht mehr in der Lage ist, dem Unterricht zu folgen oder sich in den Klassenverband zu integrieren. Hier kann eine enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern und Lehrern hilfreich sein.

In einzelnen Fällen kann auch eine Psychotherapie angezeigt sein. Diese kann familiensystemische Elemente enthalten oder rein verhaltenstherapeutisch orientiert sein. Gerade wenn familiäre Probleme den Umgang mit dem Kind, das unter ADHS leidet, erschweren, empfehlen sich familiensystemischeTherapie- oder Beratungsangebote. Gelingt es die Interaktion zwischen Erziehungsberechtigten und dem betroffenen Kind zu verbessern, kann das Kind besser mit seiner "Störung" umgehen und davon besser von den Erziehungsberechtigten unterstützt werden.

Für die betroffenen Eltern gibt es außerdem Elterntrainings, in denen Sie Rat und Hilfe für die besonders belastende Situation mit dem betroffenen Kind erhalten. Welches Verhalten ist geeignet das Kind in seinem Bemühen sich zu integrieren und positiv zu verhalten zu bestärken und welche Verhaltensweisen seitens der Eltern bewirken schnell das Gegenteil? Wie kann man mit den meist zugespitzten Situationen bei den Hausaufgaben oder bei der Zubettgeh-Situation umgehen? In einem ADHS-Elterntraining haben die betroffenen Eltern die Möglichkeit ihre eigenen Erziehungsgrundsätze zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern. Hier können sie auch über den Austausch mit anderen betroffenen Eltern eine Stärkung und Entlastung im Alltag erfahren.